Capital Group erhält FSRA-Lizenz in Abu Dhabi und treibt Expansion im Nahen Osten voran

07.10.2026

ABU DHABI, VAE, 7. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Die Capital Group, einer der weltweit größten und erfahrensten aktiven Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 3,6 Billionen US-Dollar, gab heute bekannt, dass sie eine Finanzdienstleistungsgenehmigung von der Financial Services Regulatory Authority (FSRA) der ADGM, dem internationalen Finanzzentrum von Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, erhalten hat, die es dem Unternehmen ermöglicht, als regulierter Vermögensverwalter tätig zu sein. Die Genehmigung berechtigt die Capital Group zur Ausübung von Handels-, Anlageverwaltungs- und Vertriebsaktivitäten innerhalb des ADGM.

Dieser regulatorische Meilenstein markiert die nächste Phase des langfristigen Engagements der Capital Group in der Region, nachdem das Unternehmen im Mai 2026 Pläne zur Eröffnung seiner ersten Niederlassung im Nahen Osten in Abu Dhabi angekündigt hatte. Seitdem hat das Unternehmen Mitarbeiter aus Nordamerika, Europa und Asien dorthin versetzt, um Fachwissen in den Bereichen Anlage, Betrieb und Kundenbetreuung näher an die Kunden und Chancen in der Region heranzubringen. Es wird erwartet, dass die lokale Präsenz im Laufe der Zeit entsprechend den geschäftlichen und kundenbezogenen Anforderungen weiter ausgebaut wird.

Benno Klingenberg-Timm, Leiter des Büros in Abu Dhabi & , Leiter des Bereichs Institutional für Europa und Asien bei der Capital Group, sagte: „Der Aufbau einer regulierten Präsenz in Abu Dhabi bringt uns näher an unsere Kunden und an die Anlagechancen im gesamten Nahen Osten – einer Region, in der wir seit vielen Jahren tätig sind. Vom ersten Tag an werden wir über eine bedeutende Präsenz verfügen, mit vor Ort vorhandenen Kompetenzen in den Bereichen Anlage, Betrieb und Kundenbetreuung. Ähnlich wie bei der Eröffnung unseres Büros in Singapur im Jahr 1989 bündeln wir in Abu Dhabi die gesamte Bandbreite der Expertise der Capital Group, was unser Vertrauen in das langfristige Wachstum der Region widerspiegelt."

Seine Exzellenz Ahmed Jasim Al Zaabi, Vorsitzender der ADGM, erklärte: „Wir freuen uns, die Capital Group, einen globalen Investmentmanager, bei ihrer Etablierung in Abu Dhabi willkommen zu heißen. Ihre Entscheidung spiegelt die Stärke des Finanzökosystems von Abu Dhabi und die wachsende Bedeutung der ADGM als führendes internationales Finanzzentrum für globale Institutionen wider, die nach langfristigen Chancen in der gesamten Region suchen."

Mike Gitlin, Präsident und CEO der Capital Group, sagte: „Der Nahe Osten ist für die Capital Group und unsere Kunden von strategischer Bedeutung. Der Erhalt unserer Zulassung in Abu Dhabi unterstreicht unser langfristiges Engagement in der Region und unsere Überzeugung, dass sie sich als führender internationaler Finanzplatz weiterentwickeln wird. Wir freuen uns darauf, unsere Beziehungen zu Kunden und Partnern zu vertiefen."

 

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AfD-Ausschussvorsitze im Fokus: CDU in der Zwickmühle zwischen Abgrenzung und Einbindung

08.10.2026

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.

Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.

Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.

Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.

In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.