PEKING, 29. September 2026 /PRNewswire/ -- Wenn man auf niedliche Blind Boxes mit Mazu-Motiven stößt, kann man im In- und Ausland leicht erkennen, dass chinesische Jugendliche das traditionelle chinesische Kulturerbe aus ihrer eigenen Perspektive ganz neu interpretieren.
Die Blind-Box-Serie, mit denen bereits Umsätze von über 100 Millionen Yuan realisiert wurden, war ein „China Chic"-Produkt, das gemeinsam vom Mazu-Ahnentempel in Meizhou und einem in Shanghai ansässigen Unternehmen für kulturelle Kreativwirtschaft entwickelt wurde.
Inspiriert von Legenden über neun glücksbringende Artefakte und Symbole von Mazu, der einflussreichsten Meeresgöttin Chinas, schufen die Designer fünf unterschiedliche, bezaubernde Figuren, die jeweils für Reichtum, berufliche Karriere, akademischen Erfolg, Sicherheit und das Äußern von Wünschen stehen.
Da jede Überraschungsbox einen kleinen „heiligen Kelch" enthält, können die Käuferinnen und Käufer – meist junge Menschen – gleichzeitig den Nervenkitzel beim Öffnen der Boxen genießen und den jahrtausendealten Mazu-Glauben und die damit verbundenen Bräuche mit ihrem Alltag verbinden.
Einige junge Käuferinnen und Käufer erwarben die Mazu-Blind Boxes ursprünglich ausschließlich wegen ihrer ungewöhnlichen Designs, lernten später jedoch die Mazu-Kultur kennen, wodurch die Blind Boxes zu einem „Fenster" zur Mazu-Kultur wurden, erklärte Chen Lin, ein Mitarbeiter des Mazu-Ahnentempels auf der Insel Meizhou in der Stadt Putian in der Provinz Fujian.
Auf der Insel Meizhou gibt es für junge Menschen noch weitere moderne Möglichkeiten, die Mazu-Kultur kennenzulernen, etwa bei Fotoshootings in traditioneller Mazu-Kleidung, beim Besuch von Theateraufführungen rund um Mazu oder bei Streifzügen durch die örtlichen Straßen in Begleitung von Darsteller:innen, die in verschiedene Rollen schlüpfen.
Darüber hinaus besuchen Studierende der Musikhochschule der Universität Putian zweimal im Jahr die Aufführungen des Mazu-Festivals und lassen sich von den Klängen alter chinesischer Glocken verzaubern, die die Tugend, Güte und große Liebe von Mazu preisen.

Im digitalen Labor für Mazu-Kultur der Universität Putian bauen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit ein digitales Archiv über Mazu-Tempel und -Paläste weltweit auf, um die entsprechende wissenschaftliche Forschung zu unterstützen und das immaterielle Kulturerbe besser zu bewahren.
Aktuell lassen junge Menschen in China das umfangreiche traditionelle Kulturerbe des Landes auf neue Weise aufleben – attraktiver, leichter zugänglich und unmittelbarer erlebbar.
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen für eine eindringliche Warnung vor der Gefährdung der Demokratie genutzt. In seiner voraussichtlich letzten großen Rede zu diesem Anlass sprach er von einer angefochtenen demokratischen Ordnung und mahnte, radikale Kräfte entschieden abzuwehren. Angesichts wachsender Erfolge populistischer und extremistischer Parteien sieht Steinmeier nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die innere Einheit des Landes unter Druck.
Steinmeier verwies darauf, dass inzwischen „ein Viertel und mehr“ der Wähler mit ihrer Entscheidung deutlich machten, dass sie sich von wichtigen Grundentscheidungen der Bundesrepublik abwenden. Diese Entwicklung werde begleitet von „unerträglicher politischer Demagogie“, in der Menschen verhöhnt und bedroht würden. Die Diskreditierung demokratischer Verfahren, die Radikalisierung der Öffentlichkeit und die Diffamierung des Kompromisses seien Warnsignale, die man nicht ignorieren dürfe. Populistische Parteien aller Couleur destabilisierten die parlamentarische Demokratie, sagte er.
Deutliche Kritik übte der Bundespräsident an der Rolle der sozialen Medien. Eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ trage zur „schrillen Emotionalisierung“ des politischen Diskurses bei und befeuere extremistische Tendenzen. Steinmeier forderte, die demokratische Streitkultur zu verteidigen und den Kompromiss wieder als Stärke zu begreifen. Ob die Demokratie in Deutschland einer Entwicklung ähnlich der Weimarer Republik entgegengehe, sei nicht entschieden – man habe es „in der Hand“.
Zugleich erinnerte Steinmeier an die historischen Grundlagen des Feiertags. Vor 36 Jahren sei mit der deutschen Wiedervereinigung eine „tiefe Wunde“ geheilt worden, die das Land zuvor über Jahrzehnte in einem „unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung“ gehalten habe. Der Tag der Deutschen Einheit sei Anlass, die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland und ihre Protagonisten im Gedächtnis zu behalten. Die Errungenschaften der Einheit dürften von aktuellen Krisen nicht überdeckt werden, mahnte Steinmeier, und rief die Bürger dazu auf, sich aktiv für die liberale Demokratie einzusetzen. Er zeigte sich überzeugt, dass diese den aktuellen Belastungen standhalten könne: „Wir sind so viel stärker, als wir glauben.“