VW erwartet für laufendes Jahr Umsatzplus und höhere operative Rendite

10.03.2026


Der Volkswagen-Konzern, Europas größter Autobauer, hat für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Das Konzernergebnis nach Steuern sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. Der Betriebsgewinn halbierte sich in etwa auf 8,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro, nach anderen Angaben sank er leicht um 0,8 Prozent. Bei den Fahrzeugverkäufen blieb der Konzern mit 8,98 Millionen ausgelieferten Autos knapp unter der Marke von neun Millionen Einheiten.

Als Hauptgründe für die schwache Performance nannte der Konzern die Zölle von US-Präsident Donald Trump sowie den Strategiewechsel bei der Tochtergesellschaft Porsche zur Verlängerung der Verbrennertechnologie. Diese Faktoren schlugen sich in Milliardenbelastungen nieder. Finanzchef Arno Antlitz erklärte, das vergangene Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Besonders das dritte Quartal 2025 war für den Konzern problematisch, als er mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbuchte.

Im Schlussquartal schnitt Volkswagen jedoch wieder besser ab als in den ersten neun Monaten des Jahres. Die Restrukturierung des Unternehmens zeige Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet, so Antlitz. Dennoch räumte er ein: "Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus." Der operative Renditewert lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Prozent. Im vergangenen Monat hatte Volkswagen ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro angekündigt, mit dem Ziel, die Kosten bis 2028 um 20 Prozent zu senken.

Für das laufende Jahr prognostiziert der Wolfsburger Autobauer ein Umsatzplus von bis zu drei Prozent. Bei der operativen Rendite hat sich das Unternehmen eine Zielspanne von vier bis 5,5 Prozent vorgenommen, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellen würde. Die Entwicklung wird von Anlegern und Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt, nachdem sich die VW-Aktie im vorbörslichen Handel am Tag der Veröffentlichung deutlich schwächer zeigte.

Chipbranche unter Druck: Siltronic setzt auf Sparen statt Ausschütten

15.03.2026


Der Waferhersteller Siltronic stoppt nach einem Verlustjahr die Dividendenzahlung und verschärft seinen Sparkurs. Der in München ansässige Chipzulieferer, der unter anderem ein Werk im sächsischen Freiberg betreibt, teilte bei der Vorlage detaillierter Zahlen mit, dass für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Ausschüttung an die Aktionäre vorgesehen ist. Im Vorjahr hatte Siltronic noch 20 Cent je Aktie als Dividende gezahlt.

Operativ bekam der SDax-Konzern die Abkühlung im Halbleitermarkt deutlich zu spüren. Der Umsatz sank um knapp 4,7 Prozent auf rund 1,35 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich auf rund 317 Millionen Euro und lag damit rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Siltronic verweist vor allem auf anhaltenden Preisdruck im Wafergeschäft sowie auf ungünstige Wechselkurse des US-Dollars als Belastungsfaktoren.

Als Reaktion auf das schwächere Ergebnis fährt der Konzern seine Investitionspläne deutlich zurück. Das Volumen für das laufende Jahr soll auf maximal 220 Millionen Euro begrenzt werden, nach rund 370 Millionen Euro im Vorjahr. Damit verschafft sich Siltronic finanziellen Spielraum, verzichtet zugleich aber auf einen Teil des zuvor hohen Ausbautempos. In seinem Freiberger Werk beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben 880 Mitarbeiter.

Bereits Mitte Februar hatte Siltronic eine vorsichtige Prognose für das laufende Jahr abgegeben und diese nun bestätigt. Das Management rechnet mit einem anhaltend anspruchsvollen Umfeld, geprägt von Preisdruck, einer rückläufigen Nachfrage nach 200-Millimeter-Wafern und Effekten aus der Anpassung der Fertigung. Der Umsatz dürfte demnach im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr liegen, die Ebitda-Marge zwischen 20 und 24 Prozent – nach 23,5 Prozent im Vorjahr. An der Börse sorgte die gestrichene Dividende laut Handelsumfeld zwar für Druck auf die Aktie, löste aber keine breitere Verunsicherung im ohnehin schwachen SDax aus.