Rohstoffsicherheit: Berlin setzt auf australische Seltene Erden

01.04.2026


Deutschland versucht, seine Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen zu stabilisieren und beteiligt sich dafür an einem Seltene-Erden-Projekt in Australien. Über den staatlichen Rohstofffonds fließen 50 Millionen Euro in das sogenannte Nolans-Projekt des Unternehmens Arafura Rare Earths, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. In der Mine nördlich von Alice Springs sollen die Metalle Neodym und Praseodym gewonnen werden.

Beide Elemente gelten als zentral für zentrale Industriezweige, insbesondere für die Energiewende und die Elektromobilität. Neodym und Praseodym werden für Hochleistungsmagnete benötigt, die in Elektromotoren von E-Autos und in Generatoren von Windkraftanlagen verbaut werden. Deutschland ist bei diesen Metallen bislang vollständig auf Importe angewiesen.

Mit der Beteiligung verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Zugang der deutschen Industrie zu strategischen Rohmaterialien langfristig abzusichern. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, es gehe darum, den Zugriff deutscher Unternehmen auf diese wichtigen Rohstoffe zu gewährleisten. Der Rohstofffonds soll dazu beitragen, Lieferketten zu diversifizieren und Abhängigkeiten von einzelnen Bezugsquellen zu reduzieren.

Das Engagement in Australien reiht sich in einen breiteren politischen Ansatz ein, zentrale Vorprodukte für Schlüsseltechnologien abzusichern. Für die Bundesrepublik steht dabei nicht nur die Versorgung der heimischen Auto- und Energiebranche im Vordergrund, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts insgesamt. Mit der Investition in das Nolans-Projekt setzt Berlin auf eine Partnerschaft mit einem rohstoffreichen, politisch stabilen Lieferland.

Netto-Null im Schwerverkehr: Cellcentric bekommt mit Toyota globalen Wachstumspartner

01.04.2026


Toyota Motor will in das Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric von Daimler Truck und der Volvo Group einsteigen und damit eine der prominentesten Allianzen in der Wasserstoffmobilität weiter ausbauen. Eine nun unterzeichnete unverbindliche Absichtserklärung sieht vor, dass der japanische Autokonzern im Zuge einer Kapitalerhöhung bei Cellcentric investiert und als dritter, gleichberechtigter Partner an Bord kommt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Brennstoffzellensysteme insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge und andere Heavy-Duty-Anwendungen.

Mit dem Einstieg von Toyota soll Cellcentric technologisch und kommerziell deutlich an Schlagkraft gewinnen. Die drei Konzerne betonen, dass Wasserstoff und Brennstoffzellen eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Transportsektors spielen und batterieelektrische Antriebe ergänzen sollen. Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström sprach von einem wichtigen Schritt, um Wasserstoff im Transport "zur Realität" zu machen, während Volvo-Group-CEO Martin Lundstedt den geplanten Schulterschluss als Signal für Kunden, Zulieferer und das gesamte Ökosystem wertete. Toyota-Präsident Koji Sato verwies auf mehr als 30 Jahre Brennstoffzellen-Entwicklung im Pkw-Bereich, die nun mit der Expertise von Cellcentric im Nutzfahrzeugsektor gebündelt werden soll.

Geplant ist zudem, dass Toyota gemeinsam mit Cellcentric die Entwicklung und Produktion von Einzelzellen – der Kernkomponente von Brennstoffzellensystemen – verantwortet. Ziel der Partner ist es, technologisch wettbewerbsfähige und kosteneffiziente Produkte zu realisieren, um Brennstoffzellenantriebe im Schwerlastverkehr in den Massenmarkt zu führen. Cellcentric soll dabei als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen agieren. Außerhalb der Brennstoffzellenkooperation bleiben Daimler Truck, die Volvo Group und Toyota in ihren übrigen Geschäftsbereichen ausdrücklich Wettbewerber.

An der Börse rückten die Titel der beteiligten Konzerne in den Fokus, auch wenn der unmittelbare Kurseffekt begrenzt blieb. Im japanischen Handel schloss die Toyota-Aktie am Dienstag 1,92 Prozent schwächer bei 3.162 Yen. Die Unternehmen sehen die geplante Partnerschaft trotz kurzfristiger Marktbewegungen als langfristige strategische Investition in eine Wasserstoffwirtschaft, die insbesondere den Schwertransport auf dem Weg zu niedrigeren Emissionen unterstützen soll.