
Vermögende Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z haben sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zur ausgabefreudigsten Gruppe auf dem globalen Kunstmarkt entwickelt – und zugleich zur verschwiegensten. Laut dem „Art Basel and UBS Survey of Global Collecting 2026“, erhoben von Arts Economics in Zusammenarbeit mit UBS, gaben Sammlerinnen und Sammler unter 30 Jahren in den Jahren 2025 und im ersten Halbjahr 2026 mehr Geld für bildende Kunst aus als jede andere untersuchte Alterskohorte. Ihre Ausgaben lagen im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie jene älterer Generationen; in der Spitzengruppe der Transaktionen ab einer Million US‑Dollar stellte Gen Z im laufenden Jahr nahezu die Hälfte aller Käufer.
Die Studie basiert auf einer Befragung von 3100 vermögenden Individuen in zehn wichtigen Märkten, darunter die USA, das Vereinigte Königreich, Festlandchina, Hongkong, Frankreich, Australien, Deutschland, Japan, Brasilien und Singapur. Ergänzende Auswertungen zeigen, dass die jüngsten Sammler beim Ankauf von Kunst im Durchschnitt deutlich vor Babyboomern, Millennials und der Generation X liegen. Ökonomen verweisen darauf, dass Gen Z an der Spitze der Vermögensverteilung heute reicher ist als frühere Generationen im gleichen Alter – und einen Teil dieses Kapitals in Gemälde, Skulpturen und andere hochwertige Sachwerte lenkt.
Bemerkenswert ist, wie stark familiäre Prägungen die Sammelkarrieren der Jüngsten steuern. Insgesamt nannten 28 Prozent aller Befragten das familiäre Umfeld als wichtigsten Einstieg in die Welt des Sammelns. Bei der Generation Z lag dieser Anteil bei 40 Prozent; fast 90 Prozent behielten geerbte Kunstwerke dauerhaft in ihren Kollektionen. Trotz ihres veränderten Nutzungsverhaltens im digitalen Raum bevorzugen sie laut Studie weiterhin traditionelle Kategorien wie Malerei und Skulptur – ein Hinweis darauf, dass ästhetische Vorlieben über Generationen hinweg beständiger sein können, als oft angenommen wird.
Gleichzeitig zeichnet die Untersuchung ein differenziertes Bild von Status und Sichtbarkeit im Kunstmarkt. Dr. Clare McAndrew, Gründerin von Arts Economics, betont, viele Käufe seien weniger von demonstrativem Konsum getrieben als vom Wunsch, innerhalb enger Netzwerke Verbindungen zu knüpfen. Status leite sich demnach eher aus Seltenheit, Provenienz, Originalität und Entdeckertum ab als allein aus dem Preis. Exklusivität werde Teil des Signals – und gerade Gen Z lege großen Wert auf Abschottung: Sie ist die Generation, die ihre Sammlungen am seltensten öffentlich online zeigt und bevorzugt stattdessen Einladungsräume sowie ein streng begrenztes persönliches Umfeld. UBS-Ökonomen verweisen zugleich darauf, dass gesellschaftliches Engagement für viele Sammler ein wichtiges Motiv bleibt; fast ein Viertel der Befragten plant demnach Schenkungen an Museen in den kommenden zwölf Monaten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen für eine eindringliche Warnung vor der Gefährdung der Demokratie genutzt. In seiner voraussichtlich letzten großen Rede zu diesem Anlass sprach er von einer angefochtenen demokratischen Ordnung und mahnte, radikale Kräfte entschieden abzuwehren. Angesichts wachsender Erfolge populistischer und extremistischer Parteien sieht Steinmeier nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die innere Einheit des Landes unter Druck.
Steinmeier verwies darauf, dass inzwischen „ein Viertel und mehr“ der Wähler mit ihrer Entscheidung deutlich machten, dass sie sich von wichtigen Grundentscheidungen der Bundesrepublik abwenden. Diese Entwicklung werde begleitet von „unerträglicher politischer Demagogie“, in der Menschen verhöhnt und bedroht würden. Die Diskreditierung demokratischer Verfahren, die Radikalisierung der Öffentlichkeit und die Diffamierung des Kompromisses seien Warnsignale, die man nicht ignorieren dürfe. Populistische Parteien aller Couleur destabilisierten die parlamentarische Demokratie, sagte er.
Deutliche Kritik übte der Bundespräsident an der Rolle der sozialen Medien. Eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ trage zur „schrillen Emotionalisierung“ des politischen Diskurses bei und befeuere extremistische Tendenzen. Steinmeier forderte, die demokratische Streitkultur zu verteidigen und den Kompromiss wieder als Stärke zu begreifen. Ob die Demokratie in Deutschland einer Entwicklung ähnlich der Weimarer Republik entgegengehe, sei nicht entschieden – man habe es „in der Hand“.
Zugleich erinnerte Steinmeier an die historischen Grundlagen des Feiertags. Vor 36 Jahren sei mit der deutschen Wiedervereinigung eine „tiefe Wunde“ geheilt worden, die das Land zuvor über Jahrzehnte in einem „unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung“ gehalten habe. Der Tag der Deutschen Einheit sei Anlass, die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland und ihre Protagonisten im Gedächtnis zu behalten. Die Errungenschaften der Einheit dürften von aktuellen Krisen nicht überdeckt werden, mahnte Steinmeier, und rief die Bürger dazu auf, sich aktiv für die liberale Demokratie einzusetzen. Er zeigte sich überzeugt, dass diese den aktuellen Belastungen standhalten könne: „Wir sind so viel stärker, als wir glauben.“