Frankfurt setzt Zeichen für Menschenrechte: Premiere des Europäischen Paulskirchenpreises

01.04.2026


Die iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad ist in Frankfurt am Main mit dem ersten Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie ausgezeichnet worden. Die Stadt Frankfurt knüpft die neue, mit 50.000 Euro dotierte Ehrung an das 175-jährige Jubiläum der Paulskirchenversammlung, das 2023 begangen wurde. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) überreichte den Preis in der Paulskirche, der historischen Wiege der deutschen Demokratie.

Die Laudatio hielt auf ausdrücklichen Wunsch der Preisträgerin Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Sie würdigte Alinejad als "Stimme für Millionen Frauen" und betonte, der Freiheitskampf im Iran sei "kein westlicher Export in dieses Land", sondern Ausdruck des eigenen gesellschaftlichen Aufbegehrens. Alinejad, so Klöckner, sei "eine Frau, für die im Iran kein Platz vorgesehen war" und zeige, dass Gehorsam nicht naturgegeben sei. Im Iran könne ein Stück Stoff darüber entscheiden, ob eine Frau frei sei oder verfolgt werde.

Alinejad setzt sich seit Jahren unter hohem persönlichem Risiko für Freiheit, Menschenrechte und insbesondere die Rechte von Frauen im Iran ein. Internationale Bekanntheit erlangte sie 2014 mit der Kampagne "My Stealthy Freedom", in der sie Frauen ermutigte, Fotos ohne Hijab zu veröffentlichen. Seit 2009 lebt sie im Exil in den USA und berichtet von mehrfachen Entführungs- und Mordversuchen gegen ihre Person. Erst wenige Tage vor der Verleihung habe es nach ihren Angaben einen weiteren Tötungsversuch gegeben; der US-Geheimdienst habe ihr abgeraten, zur Zeremonie nach Frankfurt zu reisen.

Trotz dieser Bedrohung nahm Alinejad den Preis persönlich entgegen – nach eigenen Worten mit gemischten Gefühlen. Die Auszeichnung rühre sie, zugleich denke sie an jene in ihrer Heimat, die für dieselben Werte ihr Leben riskierten oder verloren hätten. "Ich möchte diesen Preis den mutigen Frauen und Männern widmen, die für einen freien Iran kämpfen", sagte sie. Der Anblick von Frauen und Männern, die in der Paulskirche Schulter an Schulter sangen, habe sie zu Tränen gerührt: In ihrem Land dürften Frauen nicht singen, ihnen drohe Gefängnis. Sie könne Deutschland kritisieren und zurückkehren, das sei Demokratie – und genau das wünsche sie sich für ihr eigenes Land.

Störung auf der Nord-Süd-Achse: Bahnverkehr rund um Hamburg nur eingeschränkt

01.04.2026


Eine beschädigte Oberleitung im Raum Uelzen hat seit Montagabend den Zugverkehr auf mehreren zentralen Fernverkehrsachsen rund um Hamburg spürbar beeinträchtigt. Betroffen sind vor allem die Strecken zwischen Hamburg und Berlin sowie Hamburg und Hannover, auf denen es zu Zugausfällen, Umleitungen und teils deutlichen Verspätungen kommt. Nach Angaben der Deutschen Bahn und des Bahnunternehmens Metronom musste der Betrieb zeitweise komplett unterbrochen werden, bevor am frühen Dienstagmorgen schrittweise ein Gleis wieder freigegeben werden konnte.

Im Fernverkehr strich die Deutsche Bahn mehrere ICE-Verbindungen vollständig. Auf der Verbindung Hamburg–Berlin fallen alle ICE-Züge aus, die über Stendal, Salzwedel und Uelzen geführt werden. Auch ICE-Linien von Hamburg nach München sind betroffen: Die Trassen über Berlin, Leipzig, Erfurt und Nürnberg sind im Abschnitt zwischen Hamburg und Berlin eingeschränkt, ebenso die Verbindung Hamburg–München über Hannover, Kassel, Fulda, Würzburg und Nürnberg im Abschnitt zwischen Hamburg und Hannover. Andere ICE- und IC-Züge auf der Relation Hamburg–Hannover werden über eine alternative Route umgeleitet und kommen nach Bahnangaben mit rund 30 Minuten Verspätung ans Ziel; die planmäßigen Zwischenhalte in Lüneburg, Uelzen und Celle entfallen dabei.

Der Regionalverkehr in Niedersachsen ist ebenfalls von der Oberleitungsstörung betroffen. Zwischen Uelzen und Bad Bevensen, wo der Schaden lokalisiert wurde, wurde die Strecke am Montagabend nach Unternehmensangaben von Metronom ab 20 Uhr komplett gesperrt. Für Fahrgäste richtete der Betreiber einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Am frühen Dienstagmorgen konnte der Abschnitt zumindest eingleisig wieder in Betrieb genommen werden, dennoch kommt es weiter zu Teilausfällen und Verspätungen. Weil Züge in der Nacht nicht wie geplant abgestellt werden konnten, wirkt sich die Störung zusätzlich auf die Umläufe am Morgen aus.

Die Deutsche Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Entstörung. Eine Sprecherin teilte am Morgen mit, die eigentliche Streckensperrung sei seit 6 Uhr aufgehoben. Wegen der dichten Zugfolge und der notwendigen Umleitungen sei im Laufe des Vormittags aber noch mit Verspätungen und einzelnen Ausfällen im Fernverkehr zu rechnen. Im Regionalverkehr läuft der Betrieb schrittweise wieder an. Im Tagesverlauf soll sich der Zugverkehr laut Bahnangaben normalisieren, sobald die Oberleitungsarbeiten vollständig abgeschlossen sind und die Fahrpläne wieder regulär gefahren werden können.