
Autofahrer in Richtung Nord- und Ostsee müssen sich rund um Ostern auf deutlich mehr Verkehr und längere Fahrzeiten einstellen. Nach Einschätzung des ADAC wird die große Mehrheit der Urlauber trotz gestiegener Kraftstoffpreise mit dem eigenen Pkw oder Wohnmobil anreisen. Besonders der Großraum Hamburg gilt als neuralgischer Punkt: Als stark belastet gelten die Autobahnen A1 (Bremen – Hamburg – Lübeck) und A7 (Hannover – Hamburg – Flensburg). Auch auf der A23 (Hamburg – Heide), der A24 (Hamburg – Berlin) und der A20 (Lübeck – Rostock – Stettin) rechnet der Automobilclub mit dichtem Verkehr.
Als verkehrsreichster Tag auf den Autobahnen rund um die Küstenregionen gilt laut ADAC der Gründonnerstag. Auch am Vormittag des Karfreitags ist mit starkem Reiseverkehr zu rechnen, während am Ostermontag die Rückreisewelle für zusätzliche Verzögerungen sorgen dürfte. Hinzu kommt, dass auf dem Weg zu den Ferienorten mehrere Baustellen zu Engpässen führen. Auf der A7 bleibt insbesondere der Bereich rund um den Elbtunnel ein ständiges Nadelöhr, da die Autobahn nördlich und südlich des Tunnels weiter ausgebaut wird.
Parallel zu den erwarteten Staus melden die Küstenländer eine robuste Nachfrage. Die Unterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind nach Angaben der regionalen Tourismusorganisationen gut gebucht, die Tourismusagentur Schleswig-Holstein spricht von einer insgesamt soliden Buchungslage. Beliebte Ziele wie die Insel Sylt und der Ostseeort Heiligenhafen berichten bereits von hoher Auslastung. Die landeseigene MV Tourismus GmbH bewertet die stabile Nachfrage als erfreulich, verweist aber auf die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen.
Besonders ins Gewicht fallen dabei die hohen Spritpreise. „Insbesondere die gestiegenen Kraftstoffpreise verschärfen in einem Urlaubsland, in dem 84 Prozent der Gäste mit dem Auto oder Wohnmobil anreisen, die Situation“, sagte MV-Tourismuschef Peter Kranz. Auch die Bahn ist für viele Reisende keine unkomplizierte Alternative: Wegen umfangreicher Bauarbeiten, darunter die weiter gesperrte Strecke Berlin–Hamburg, müssen Fahrgäste mit zahlreichen Fahrplanänderungen rechnen. Damit bleiben die Straßen trotz Kosten- und Infrastrukturproblemen das wichtigste Nadelöhr in die norddeutschen Ferienregionen.

Toyota Motor will in das Brennstoffzellen-Joint-Venture Cellcentric von Daimler Truck und der Volvo Group einsteigen und damit eine der prominentesten Allianzen in der Wasserstoffmobilität weiter ausbauen. Eine nun unterzeichnete unverbindliche Absichtserklärung sieht vor, dass der japanische Autokonzern im Zuge einer Kapitalerhöhung bei Cellcentric investiert und als dritter, gleichberechtigter Partner an Bord kommt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Brennstoffzellensysteme insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge und andere Heavy-Duty-Anwendungen.
Mit dem Einstieg von Toyota soll Cellcentric technologisch und kommerziell deutlich an Schlagkraft gewinnen. Die drei Konzerne betonen, dass Wasserstoff und Brennstoffzellen eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Transportsektors spielen und batterieelektrische Antriebe ergänzen sollen. Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström sprach von einem wichtigen Schritt, um Wasserstoff im Transport "zur Realität" zu machen, während Volvo-Group-CEO Martin Lundstedt den geplanten Schulterschluss als Signal für Kunden, Zulieferer und das gesamte Ökosystem wertete. Toyota-Präsident Koji Sato verwies auf mehr als 30 Jahre Brennstoffzellen-Entwicklung im Pkw-Bereich, die nun mit der Expertise von Cellcentric im Nutzfahrzeugsektor gebündelt werden soll.
Geplant ist zudem, dass Toyota gemeinsam mit Cellcentric die Entwicklung und Produktion von Einzelzellen – der Kernkomponente von Brennstoffzellensystemen – verantwortet. Ziel der Partner ist es, technologisch wettbewerbsfähige und kosteneffiziente Produkte zu realisieren, um Brennstoffzellenantriebe im Schwerlastverkehr in den Massenmarkt zu führen. Cellcentric soll dabei als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen agieren. Außerhalb der Brennstoffzellenkooperation bleiben Daimler Truck, die Volvo Group und Toyota in ihren übrigen Geschäftsbereichen ausdrücklich Wettbewerber.
An der Börse rückten die Titel der beteiligten Konzerne in den Fokus, auch wenn der unmittelbare Kurseffekt begrenzt blieb. Im japanischen Handel schloss die Toyota-Aktie am Dienstag 1,92 Prozent schwächer bei 3.162 Yen. Die Unternehmen sehen die geplante Partnerschaft trotz kurzfristiger Marktbewegungen als langfristige strategische Investition in eine Wasserstoffwirtschaft, die insbesondere den Schwertransport auf dem Weg zu niedrigeren Emissionen unterstützen soll.