EverYield wirbt Kommunen und Konzerne für Energie- und eMobility-Kooperationen

08.10.2026


Die EverYield AG reagiert auf den deutlichen Kursverfall ihrer Unternehmensanleihe mit einem klaren Bekenntnis zur bestehenden Geschäftsausrichtung. Das Unternehmen betont, die massiven Preisabschläge und die damit verbundene Verunsicherung am Kapitalmarkt sehr ernst zu nehmen und spricht von erheblichen Auswirkungen auch auf die eigene Position. Die genauen Ursachen des Kursrutsches lassen sich nach Angaben der Gesellschaft derzeit jedoch nicht abschließend bestimmen.

Trotz des Marktumfelds stellt EverYield die Unterstützung durch die wichtigsten Kapitalgeber heraus. Die Hauptinvestoren stehen demnach weiterhin hinter dem Geschäftsmodell und der langfristigen Strategie des Unternehmens. Die operative Tätigkeit werde unverändert fortgeführt, geplante Vorhaben in den Bereichen Energie und Mobilität sollen konsequent umgesetzt werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen schränken laut Mitteilung allerdings die Möglichkeit ein, zum aktuellen Zeitpunkt detailliertere Informationen offenzulegen.

Im Kerngeschäft der nachhaltigen Energie- und Infrastrukturentwicklung meldet EverYield wachsende Resonanz auf kommunaler Ebene. Gemeinden zeigten verstärkt Interesse an den Konzepten zur regenerativen Energieerzeugung und regionalen Infrastruktur, Projektabstimmungen würden intensiv vorangetrieben. Parallel dazu führt die Gesellschaft nach eigenen Angaben fortgeschrittene Gespräche mit einem bedeutenden europäischen Mineralölkonzern über eine langfristige Kooperation zur Gewinnung elektrischer Energie aus Klärschlamm. Diese Energie könnte perspektivisch zur Versorgung geplanter EverYield-Ladeparks eingesetzt werden.

Auch im Mobilitätssegment unter der Marke EverYield eMotion berichtet das Unternehmen von Fortschritten. Mit einem europäischen Automobilkonzern seien wesentliche Rahmenbedingungen für eine mögliche Zusammenarbeit im Mobilitätsbereich abgestimmt worden. Konkretere Angaben zu Umfang, Struktur oder Zeitplan der Kooperation macht EverYield vorerst nicht; nähere Details sollen erst nach Abschluss weiterer Gespräche und nach entsprechender Freigabe kommuniziert werden. Für Investoren bleibt damit vorerst offen, in welchem Tempo und in welcher Größenordnung sich die skizzierten Projekte auf die Ertragslage und den Kurs der belasteten Unternehmensanleihe auswirken könnten.

AfD-Ausschussvorsitze im Fokus: CDU in der Zwickmühle zwischen Abgrenzung und Einbindung

08.10.2026


Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.

Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.

Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.

Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.

In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.