BRAIN Biotech erhält Stoffschutzpatent für CRISPR-BMC-Nuklease

23.03.2026


BRAIN Biotech hat vom Europäischen Patentamt ein Stoffschutzpatent für eine CRISPR-BMC-Nuklease erhalten und stärkt damit sein Technologieportfolio im Bereich des Genome-Editings. Das Patent mit der Nummer EP4301852 B1 deckt eine neuartige Familie von CRISPR-Nukleasen ab, die unter dem Namen BMC® (BRAIN Metagenome Cas) firmiert und laut Unternehmen eine hohe Aktivität in unterschiedlichen Organismen zeigt. Der Schritt gilt als wichtiger Baustein für die weitere Nutzung der Technologie sowohl in eigenen Forschungsprogrammen als auch in Kundenprojekten.

Die CRISPR-BMC-Nukleasen erzeugen gezielt DNA-Doppelstrangbrüche an definierten Stellen im Genom pro- und eukaryotischer Zellen. Diese Brüche können anschließend genutzt werden, um präzise genetische Veränderungen vorzunehmen und damit die Eigenschaften von Organismen zu modifizieren. Die Technologie lässt sich nach Unternehmensangaben in einer breiten Palette biologischer Systeme einsetzen, darunter Bakterien, Hefen, Pilze, Pflanzen und Säugetierzellen.

BRAIN Biotech positioniert BMC® als Ergänzung zu seinem bestehenden proprietären CRISPR-System BEC®. Beide Plattformen kommen insbesondere bei der Optimierung mikrobieller Produktionsstämme zum Einsatz. Zu den adressierten Organismen zählen etwa E. coli, Bacillus, Pichia und Aspergillus, die für die Herstellung von Biomolekülen wie Enzymen, Proteinen und sogenannten „Small Molecules“ eingesetzt werden. Das Unternehmen bietet Kunden an, die BMC®-Technologie gezielt zur Stammoptimierung in deren Produktionsprozessen zu etablieren.

Mit der Patenterteilung sieht BRAIN Biotech erhebliches Potenzial für die weitere kommerzielle Verwertung seiner CRISPR-BMC-Technologie über Lizenzen. Das Unternehmen hat bereits Nutzungsrechte an Akteure verschiedener Branchen vergeben und verweist darauf, dass das Patent einen wichtigen Beitrag zur Anwendungsfreiheit der eigenen Genome-Editing-Werkzeuge leistet. Konkrete Angaben zu Lizenzpartnern oder finanziellen Konditionen wurden in der Mitteilung nicht gemacht.

Pilotprojekt auf der Nordsee: Elektrokatamaran überzeugt Passagiere und Reederei

23.03.2026


Der erste seetüchtige Elektrokatamaran unter deutscher Flagge nimmt nach einer mehrmonatigen Winterpause wieder den Linienbetrieb zwischen Norddeich im Landkreis Aurich und der ostfriesischen Insel Norderney auf. Wie die Reederei Norden-Frisia mitteilte, sind im Frühjahr zunächst drei bis vier Abfahrten pro Tag vorgesehen. Zum Beginn der Sommersaison am 4. Juli soll der Fahrplan auf fünf tägliche Verbindungen ausgeweitet werden. Der Katamaran mit dem Namen „Frisia E-I“ war im April 2025 in Dienst gestellt worden und hat damit ein erstes komplettes Betriebsjahr absolviert.

Die Zwischenbilanz der Reederei für das Premierenjahr fällt deutlich positiv aus. Das Probejahr sei „sehr gut gelaufen“, heißt es von Michael Garrelts, technischem Inspektor bei Norden-Frisia. Man sei mit Auslastung, Performance und Zuverlässigkeit des rein elektrisch betriebenen Schiffs zufrieden. Der „Frisia E-I“ gilt in Deutschland als einzigartig: Es handelt sich um das erste rein elektrisch angetriebene Seeschiff, das regulär im Inselverkehr eingesetzt wird.

Nach Angaben der Reederei wird das Angebot von den Fahrgästen vor allem aus zwei Gründen angenommen: Zum einen schätzen viele den umweltfreundlicheren Antrieb. Anstatt mit Schiffsdiesel wird der E-Katamaran mit Solarstrom betrieben, der die Elektromotoren an Bord speist. Zum anderen halbiert sich die Fahrzeit zwischen Festland und Insel im Vergleich zu den größeren konventionellen Passagierfähren auf rund 30 Minuten. Für den Zeitgewinn und das neue Schiff fällt allerdings ein Zuschlag von fünf Euro pro Ticket an.

Technisch verlief die erste Saison überwiegend störungsfrei, kleinere Zwischenfälle blieben nach Unternehmensangaben die Ausnahme. So kam es einmal zu einem Ladeproblem durch eine ausgelöste Sicherung, ein anderes Mal zu einem mechanischen Defekt am Getriebe. Alle aufgetretenen Störungen konnten laut Reederei behoben werden. Über die Wintermonate lag der Katamaran turnusgemäß in der Werft zur Wartung, bevor er nun in die erste reguläre Saison nach dem Probejahr startet. Für Norden-Frisia ist das Projekt zugleich ein Baustein in der Strategie, CO₂-Emissionen in der Schifffahrt zu senken und neue Antriebstechnologien im Alltagsbetrieb zu erproben.